header_06.png

Fastenzeit - mein persönlicher Sicherheitsgurt!

Quelle https://cdn.pixabay.com/photo/2013/04/01/10/54/fasten-seat-belt-98607__340.png"Fasten your seatbelt" prangt in leuchtender Schrift in den Flugzeugen vor dem Start, vor der Landung oder wenn es in weiter Höhe Turbulenzen gibt. Das englische "fasten" meint hier: festmachen bzw. sichern und scheint auf dem ersten Blick nichts mit dem zu tun zu haben, was wir im Deutschen unter "fasten" verstehen - oder doch?

Fasten im Sinne von Verzichten und sei es gar auf das Grundsätzliche, was wir Menschen zum Leben brauchen, nämlich die Nahrung, ist Ausdruck von Stärke. Das geht nicht einfach so, sondern es bedarf auch der Übung. Aber es schafft Freiheit, aus eigenem Willen auf Dinge verzichten zu können in dem Gefühl, nicht abhängig von bestimmten Sachen zu sein. Das eigentliche Ziel des Verzichtes ist demzufolge nicht der Verzicht selber, vielmehr die Festigung und Stärkung der eigenen Persönlichkeit. So verstanden lädt uns die Fastenzeit ein, nicht nur "den Gürtel enger zu schnallen", sondern frohgemut auf die Suche nach dem zu gehen, was uns persönlich stärkt.

"Sei gut zu dir", fordert uns Erzbischof Heße in seinem diesjährigen Fastenbrief auf. Zu schauen auf das, was mir gut tut, das stärkt mich. Und es stärkt mich auch, wenn ich auf meine/n Nächste/n schaue, mir überlege, wie ich hier und da eine kleine Freude machen kann oder zur Seite stehen kann.

Ein dritter Punkt: Ich kann die Fastenzeit nutzen, um meine Beziehung zu Gott zu stärken und zu festigen - durch das tägliche Gebet, durch das Lesen biblischer oder geistlicher Texte, durch den Austausch mit anderen über meinen Glauben.

"Fasten your seatbelt" - die Fastenzeit sehe ich als meinen persönlichen Sicherheitsgurt. Sie ist für mich als Vorbereitung auf Ostern auch ein Trainingszeitraum zur Stärkung meiner Persönlichkeit, um gefestigt und sicher die zu erwartenden Turbulenzen in meinem Leben zu überstehen: die persönlichen Gründonnerstage der Verzweiflung und Enttäuschung, die persönlichen Karfreitage voll Schmerz und Tod, die persönlichen Karsamstage der Trauer und Sprachlosigkeit.

In der Gewissheit, dass Gott aus aller Ausweglosigkeit neues Leben schaffen kann und schafft, erwarte ich schon jetzt voll Freude das Osterfest; das Fest der Auferstehung, das alle Tränen wegwischen wird.

 

Lucia Justenhoven - Geistliche Begleiterin, kfd-Diözesanverband Hamburg

© kfd Hamburg 2021 Erstellt mit dem KFD-Baukasten unter Joomla! Ein Service der VANAMELAND