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14. Februar: Valentinstag

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebe - ein großes Wort - und das Gefühl erst!

Sie war da, und sie war weg, sehr lange.

 

Ausgerutscht auf der Bahn des Lebens,

irgendwie durch die Jahre geschlittert.

Viele leere Momente ausgehalten.

Liebe? Bloß nicht überbewerten, sagt sie.

 

Und plötzlich schlägt ihr Herz wieder doppelt.

Liebe - ein großes Wort - und das Gefühl erst!

Sie war weg und ist wieder da.

 

Aufgefangen in einem ungeahnten Moment.

Irgendwie hineingeschlittert.

Von einem Moment zum nächsten voll davon.

Liebe? Bloß nicht unterbewerten, sagt sie.

 

Liebe - ein großes Wort - und das Gefühl erst!

Süßes, sehnsüchtiges Miteinander!

Sie hat lange darauf warten müssen.

 

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P.S.: Geschichtlich ist beim hl. Valentin von Rom nicht viel auszumachen. Der Überlieferung nach soll er als Priester trotz Verbot durch den römischen Kaiser verliebte Paare christlich getraut haben. Der fromme Geistliche wurde auf diese Weise Opfer der römischen Christenverfolgung. Die schöne Legende, wonach der hl. Valentin getraute Ehepaare mit frischen Bumen aus seinem Garten beschenkte, besitzt ihren eigenen Charme.

 

vermittelt durch: Gabriele Semrau - kfd-Diözesanvorsitzende

Geistlicher Einwurf: Fremdbestimmt? - Selbstbestimmt?

Tobsuchtsanfall?! Nicht ausgeschlossen, dass Sie selbst schon einmal restlos aus sich herausgegangen sind. Es sind keine Einzelfälle, wenn jemand besessen ist von trügerischen Vorstellungen. Manche sind beispielsweise besessen von einer Gier nach Geld, von einer Sucht nach Karriere, von Neidgefühlen, von einem Streben nach Einfluss und Macht. Besessenheit ist weit verbreitet und stellt sich in verschiedenen Formen dar. Widernatürliche Kräfte können dabei ebenso eine Rolle spielen, wie von allen guten Geistern verlassen zu sein, wenn es zu ausgeprägten Erregungszuständen kommt.

Sind es nicht auch Anzeichen von Besessenheit, wenn Menschen gnadenlos miteinander umgehen? Was für ein Geist ist in sie gefahren, wenn Hass mit noch größerem Hass beantwortet wird? Haben sie sich selbst noch unter Kontrolle oder sind sie fremdbestimmt?

Erfahrungen von Frembestimmungen macht auch der Apostel Paulus, wenn er im Brief an die Römer (7,19f) schreibt: "Denn ich tue nicht das Gute, das ich will, sondern das Böse, das ich nicht will. Wenn ich aber das tue, was ich nicht will, dann bin nicht mehr ich es, der so handelt, sondern die in mir wohnende Sünde." Es ist die Erfahrung eines jeden von uns: bösartige Gedanken lauern in unseren Tiefenschichten und wollen bei passender Gelegenheit zum Durchbruch kommen.

Jesus heilt einen Besessenen. Das Evangelium (Mk 1,21-28) dieses Sonntags (4. So. i. J.) stellt uns dieses außergewöhnliche Ereignis vor. Jesus steht unmittelbar an der Schnittstelle im Kampf zwischen Gut und Böse. In dieser Auseinandersetzung wird deutlich, wem künftig die entscheidende Macht gehören wird. Der Sieg des Guten wird sich unüberbietbar erweisen während eines überwältigenden Ereignisses: an Ostern!

Diese biblische Begebenheit der Heilung eines Besessenen ist zu lesen wie eine Vision: das Göttliche, das Gute, das Heilige wird sich behaupten. Denjenigen wird die Zukunft gehören, die auf die Gegenwart des Geistes Gottes setzen.

Das Evangelium macht uns nachdenklich: Wovon sind wir in unserem Leben besetzt? Haben wir uns unter Kontrolle oder sind wir fremdbestimmt? Was beeinträchtigt uns in unserer Nähe zum Heiland der Welt?

Erstaunlich: Selbst die unreinen Geister wissen und bekennen (1,24), wer derjenige ist, der den Besessenen heilt: "Der Heilige Gottes."

 

Wolfgang Guttmann, Pfr. i. R. - Diözesanpräses

Geistlicher Einwurf: Das Kirchenrecht und die Reform der Kirche

"Ihr seid auf das Fundament der Apostel gebaut", diese Worte aus dem Epheserbrief (2,20) kommen mir in den Sinn, wenn ich das Evangelium dieses Sonntags (Lesejahr B - 3. Sonntag im Jahreskreis) betrachte. Jesus beruft seine ersten Jünger Andreas, Simon Petrus, Jakobus und Johannes (vgl. Mk 1,14-20). Die Nennung weiterer Jünger, die wir auch Apostel nennen, wird an anderer Stelle fortgesetzt.

Inzwischen ergänzt die Reihe der Apostel ein weiblicher Name: Maria von Magdala. Papst Franziskus entschied sich zu einem längst fälligen reformfreudigen Entschluss. Denn zur Gipfelerfahrung eines Apostels gehört etwas Unverzichtbares: ein Apostel muss Zeuge des Auferstandenen sein (vgl. Apg 1,22). Maria von Magdala machte diese Erfahrung (Joh 20,11-18). "Apostola Apostolorum - Apostelin aller Apostel" - so der vom Heiligen Vater verliehene Ehrentitel für die treue Begleiterin Jesu.

Es gibt Gläubige, die bekamen bisher von der Erweiterung der Reihe der Apostel noch gar nichts mit. Überhaupt gibt es Gläubige, die Veränderungen in der Kirche gar nicht wollen oder zum Scheitern verurteilt sehen. Das betrifft auch den 'Synodalen Weg', der sich versteht als ein Weg innerkirchlicher Reformen. Von einer aktuellen Freiburger Online-Tagung ist zu hören, der Herrschaftsanspruch der römischen Kirchenleitung mache es unmöglich, die Kirche weiterzuentwickeln. Ein Theologe des Kirchenrechts findet es daher verantwortungslos, falsche Erwartungen zu wecken hinsichtlich reformorientierter Beschlüsse zur Sexualmoral, zum Zölibat, zur Machtverteilung und zur Priesterweihe von Frauen. Zudem erinnert er, dass es einen 'Synodalen Weg' im Kirchenrecht gar nicht gäbe, es sei also nur eine 'Erfindung'.

Mit diesen trostlosen Gedanken stelle ich mir vor, der Sohn Gottes formuliert vor seinem öffentlichen Wirken erst einmal ein klar detailliertes Kirchenrecht, bevor er das Reich Gottes verkündet und zur Umkehr aufruft. Schließlich muss alles seine römische Ordnung haben.

"Ihr seid auf das Fundament der Apostel gebaut", heißt es dagegen tröstlich. Am Anfang steht nicht das Kirchenrecht, im Fokus des Glaubens steht zunächst auch nicht Rom. Der Glaube an Jesus Christus beginnt in Jerusalem. Am Anfang steht der Glaube an den Auferstandenen - "Der Schlussstein ist Christus Jesus selbst", heißt es weiter im Epheserbrief (2,20).

Nichts bleibt also beim Alten. Christus Jesus setzt neues Leben frei. Mit dem Glauben an das eigentlich Unfassbare eröffnet sich für Maria von Magdala sowie allen anderen Aposteln ein neuer Lebenshorizont. Auch wenn es Zeit braucht, Veränderungen im Geiste Jesu sind nicht aufzuhalten. Mit allen Reformfreudigen der Kirche lassen auch wir uns davon berühren.

 

Wolfgang Guttmann, Pfr. i. R. - Diözesanpräses

Impuls zur Jahreswende

Quelle https://pixabay.com/de/photos/webstuhl-weberei-traditionellen-2571179/2021 - das neue Jahresdatum will mir noch nicht so einfach von der Hand. Am PC klappt das schon besser, aber wohl, weil ich mich da sowieso auf die Zahlen konzentrieren muss. An der Jahreswende und so kurz danach wird mir besonders bewusst, "wie schnell die Zeit vergeht" und je gedrängter und gefüllter mein Tag ist. Und vor allem: je älter ich werde, kommt es mir vor, als würde die Zeit noch schneller vergehen.

"Tempus fugit" - "Die Zeit flieht/flüchtet": das wussten schon die Römer. Im Buch Hiob im Alten Testament heißt es: "Schneller als das Weberschiffchen eilen meine Tage" (7,6). Das Empfinden einer schnell dahinfließenden Zeit scheint zu den Urerfahrungen des Menschen zu gehören. Das Bild des Webrahmens mit einem Fadenschiffchen, das ständig von der einen zur anderen Seite eilt, macht dies deutlich. Doch wir sind hierbei nicht zum Zuschauen verdonnert, denn es geht ja um unser Leben. Im Gegenteil, wir haben das Weberschiffchen in der Hand, und wir sind es, die für die Farben und Muster in unserem Leben zuständig sind. Erfahrungen von Liebe und Glück, Freundschaft, Freude und Vertrauen machen unser Leben bunt. Manches Dunkle in unserem "Lebensstoff" entsteht durch unsere eigenen Webfehler. Doch anderes bricht ungewollt in unser Leben hinein - wie für viele zurzeit die Sorgen und Unsicherheiten der Coronaepidemie. Bisweilen könnten sogar Löcher oder Risse entstehen, wenn Dinge passieren, die uns den Boden unter den Füßen wegzureißen drohen.

Und doch bin ich gewiss: Da ist ein Gott im Hier und Jetzt unserer Zeit, der den Lebensfaden eines jeden Menschen voller Liebe festhält, weil er uns in dieses Leben gerufen hat. Er schenkt uns unsere Lebenszeit Tag für Tag; er hilft, die bunten und schönen Farben der Liebe, des Friedens und der Mitmenschlichkeit in unser Leben einzuweben, damit wir voll Zuversicht das Dunkle überwinden.

 

Lucia Justenhoven, Geistliche Begleitung, kfd-Diözesanverband Hamburg 

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